
Lethe - ein Abend verlorener Erinnerungen | Uraufführung
Lethe (das »Vergessen«, das »Verborgensein«) – so heißt in der griechischen Mythologie einer der Flüsse der Unterwelt. Wer vom Wasser der Lethe trinkt, verliert seine Erinnerungen. Das Vergessen ist ein normaler Prozess, der aber auch krankhafte Formen annehmen kann und zu Desorientierung führt.
Hier setzt Anna Elisabeth Fricks Theaterabend an. Gemeinsam mit dem Ensemble hat sie sich auf eine theatrale Forschungsreise begeben, deren Ausgangspunkt der Verlust von Erinnerungen ist. Im Zentrum des Abends stehen Alltagssituationen von Desorientierung und der damit verbundenen Hilf- und Haltlosigkeit. Wie reagiert die Umwelt auf solche Momente? Was bewirkt der Zustand bei Angehörigen, die mit solchen Situationen konfrontiert werden? Wie gehen wir überhaupt mit dem immer stärker werdenden Phänomen der Orientierungslosigkeit um? Wer findet sich gesellschaftlich überhaupt noch zurecht?
Aus solchen Fragestellungen entwickeln sich Spielszenen, die musikalisch (Hannes Strobl) und choreographisch (Ted Stoffer) überhöht werden und im Raum von Martha Pinsker eine fast surreale Dimension annehmen.
Zur klanglichen Konzeption von »Lethe. Ein Abend verlorener Erinnerungen«
Musiker, Komponist und Klangkünstler Hannes Strobl beschreibt seine Arbeitsweise für »Lethe. Ein Abend verlorener Erinnerungen«
Ein Untersuchungsfeld für die Bühne
Gespräch mit der Regisseurin Anna-Elisabeth Frick
Inszenierung
Bühnenbild und Kostüme
Choreographie
Musik
Dramaturgie
Kostümhospitanz
Regieassistenz/Abendspielleitung
Ausstattungsassistenz
Soufflage
FSJ
Theaterpädagogin
»Das Stück ›Lethe‹ ist ambitioniert und bricht mit konventionellen Darstellungen, indem es Heiterkeit mit Schmerz verwebt.(…) Das famose Ensemble hat sich beim Erarbeiten von ›Lethe‹ auch eindrückliche, manchmal erschütternde Solo-Momente auf den Leib geschrieben.«
Saarbrücker Zeitung, Tobias Kessler, 31. März 2025
»Bereits das tolle Bühnenbild stellt Struktur und Ordnung sowie Chaos neben- einander. Auch Frick bringt in ihrer Inszenierung Fragmente zusammen, die sich gegenseitig ergänzen. Belustigung und Verzweiflung, Licht und Dunkelheit, Persönliches und biochemi sche Hintergründe. Auch wenn sich nicht alle Puzzleteile ineinanderfügen mögen, ›Lethe‹ ist ein facettenreicher Abend.« Mehr lesen …
saartext, Oliver Sandmeyer, 31. März 2025
»Es ist genau jene Mischung aus aufgedrehtem und schrillstem Dada und wenigen Augenblicken eines melancholischen Innehaltens, die Fricks Inszenierung Virtuosität und Wärme verleihen. (...) Trotzdem überzeugt es mit Bravour. Denn die Regie übersetzt das schwierige Los der Betroffenen in wildes, flippiges Theater, das zumindest für die Spanne eines Abends einen Ausbruch aus einer ansonsten leider unumkehrbaren Realität ermöglicht.« Mehr lesen …
taz online, Björn Hayer, 31. März 2025